Wie steht es um Bedarfe, Angebote und Erfolge von Teilzeit-Ausbildungen?

27.06.2011

Kleine Anfrage 826

der Abgeordneten Andrea Milz CDU

Wie steht es um Bedarfe, Angebote und Erfolge von Teilzeit-Ausbildungen?

Das Berufsbildungsgesetz bietet seit 2005 die gesetzliche Grundlage für eine Ausbildung in Teilzeit, wenn ein berechtigtes Interesse vorliegt. Insbesondere unter dem Gesichtspunkt der Vereinbarkeit von Familie und Ausbildung, bietet eine Teilzeitausbildung Müttern und Vätern
Chancen für einen erfolgreichen Berufseinstieg.
Vor diesem Hintergrund frage ich die Landesregierung:

  1. Wie viele Auszubildende in Teilzeit gab bzw. gibt es in Nordrhein-Westfalen jeweils in den Jahren 2005-2011? (bitte den Anteil der Frauen und Männer angeben)
  2. Wie viele der Teilzeit-Auszubildenden haben bisher die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen? (bitte den Anteil der Frauen und Männer angeben)
  3. Wie viele der Teilzeit-Auszubildenden haben anschließend eine Berufsanstellung gefunden? (bitte den Anteil der Frauen und Männer angeben)
  4. Wie viele Ausbildungsbetriebe bieten landesweit eine Ausbildung in Teilzeit an?
  5. Ist der Bedarf bzw. das Interesse an Teilzeit-Ausbildungen höher als das aktuell vorhandene Angebot?

Andrea Milz

27.07.2011

Antwort der Landesregierung
auf die Kleine Anfrage 826 vom 20. Juni 2011

der Abgeordneten Andrea Milz CDU Drucksache 15/2238

Wie steht es um Bedarfe, Angebote und Erfolge von Teilzeit-Ausbildungen?

Der Minister für Arbeit, Integration und Soziales hat die Kleine Anfrage 826 mit Schreiben vom 25. Juli 2011 namens der Landesregierung im Einvernehmen mit der Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport und der Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter wie folgt beantwortet:

Vorbemerkung der Kleinen Anfrage

Das Berufsbildungsgesetz bietet seit 2005 die gesetzliche Grundlage für eine Ausbildung in Teilzeit, wenn ein berechtigtes Interesse vorliegt. Insbesondere unter dem Gesichtspunkt der Vereinbarkeit von Familie und Ausbildung, bietet eine Teilzeitausbildung Müttern und Vätern Chancen für einen erfolgreichen Berufseinstieg.

1. Wie viele Auszubildende in Teilzeit gab bzw. gibt es in Nordrhein-Westfalen jeweils in den Jahren 2005 – 2011? (bitte den Anteil der Frauen und Männer angeben)

Nach Auskunft von IT NRW werden Daten zur Teilzeitberufsausbildung in der amtlichen Statistik ab dem Jahr 2007 – jeweils zum
31. Dezember – erhoben.
Die Gesamtzahlen der Auszubildenden mit Verkürzung der täglichen oder wöchentlichen Arbeitszeit in Nordrhein-Westfalen unter Berücksichtigung des Anteils der Frauen und Männer stellen sich für die Jahre 2007 bis 2010 jeweils zum 31. Dezember demnach wie folgt dar:
• 2007: 207 (davon 172 Frauen, 35 Männer)
• 2008: 232 (davon 204 Frauen, 28 Männer)
• 2009: 338 (davon 318 Frauen, 20 Männer)
• 2010: 491 (davon 471 Frauen, 20 Männer)

2. Wie viele der Teilzeit-Auszubildenden haben bisher die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen?
(bitte den Anteil der Frauen und Männer angeben)

Die Gesamtzahlen der erfolgreich abgeschlossenen Prüfungen von Auszubildenden mit Verkürzung der täglichen oder wöchentlichen Arbeitszeit in Nordrhein-Westfalen unter Berücksichtigung des Anteils der Frauen und Männer wurde für die Jahre 2007 bis 2010 jeweils zum 31. Dezember wie folgt erhoben:

• 2007: 70 (davon 53 Frauen, 17 Männer)
• 2008: 57 (davon 42 Frauen, 15 Männer)
• 2009: 49 (davon 42 Frauen, 7 Männer)
• 2010: 109 (davon 98 Frauen, 11 Männer)

3. Wie viele der Teilzeit-Auszubildenden haben anschließend eine Berufsanstellung gefunden?
(bitte den Anteil der Frauen und Männer angeben)

In der amtlichen Statistik liegen keine Daten darüber vor, wie viele Menschen nach einer Teilzeitberufsausbildung anschließend eine Berufsanstellung gefunden haben.
Um es (jungen) Müttern und Vätern zu ermöglichen, eine berufliche Erstausbildung aufzunehmen und diese mit ihren Familienaufgaben zu verbinden, befördert das vom Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales 2009 angebotene, mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds kofinanzierte Programm „Teilzeitberufsausbildung – Einstieg begleiten – Perspektiven öffnen“ (TEP) die landesweite Umsetzung und Ausweitung von betrieblicher Ausbildung in Teilzeitform und unterstützt zugleich die bereits durch das Land angestoßenen Maßnahmen wie Netzwerke zur Teilzeitberufsausbildung. Weil die im Herbst 2009 gestarteten Ausbildungsverhältnisse noch nicht abgeschlossen sind und weil zudem die Förderung in Form einer unterstützenden Begleitung der Auszubildenden und der Betriebe im achten Ausbildungsmonat endet, lassen sich auch aus dem TEP-Programm keine Feststellungen treffen, wie viele der Teilnehmenden nach Abschluss der Ausbildung eine Berufsanstellung gefunden haben.

4. Wie viele Ausbildungsbetriebe bieten landesweit eine Ausbildung in Teilzeit an?

In der amtlichen Statistik liegen keine Daten darüber vor, wie viele Ausbildungsbetriebe landesweit eine Ausbildung in Teilzeit anbieten.

5. Ist der Bedarf bzw. das Interesse an Teilzeit-Ausbildungen höher als das aktuell vorhandene Angebot?

In der amtlichen Statistik liegen keine Daten darüber vor, wie hoch der Bedarf an Ausbildungsplätzen in Teilzeitform ist. Es ist aber festzustellen, dass die Nachfrage nach einer Aufnahme in die TEP-Projekte groß ist. In den letzten zwei Ausbildungsjahren konnten in 41 Vorhaben 637 Plätze realisiert werden.
Wegen der guten Nachfrage in diesem Förderprogramm und auf der Basis der Gespräche mit den Projektbeteiligten wurde das Förderangebot für dieses Ausbildungsjahr auf 520 Plätze erweitert.

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