In wie fern können Unternehmen dem Schutz ihrer MitarbeiterInnen vor häuslicher Gewalt dienen?

27.06.2011

Kleine Anfrage 827

der Abgeordneten Andrea Milz CDU

In wie fern können Unternehmen dem Schutz ihrer MitarbeiterInnen vor häuslicher Gewalt dienen?

Erhebungen zeigen, dass jede vierte Frau in Deutschland häusliche Gewalt erlebt. Diese Zahlen zeigen, dass viele Unternehmen MitarbeiterInnen beschäftigen, die entweder von Gewalt betroffen oder gefährdet sind.

Vor diesem Hintergrund frage ich die Landesregierung:

  1. Wie groß sind das Interesse und die Bereitschaft von Unternehmen und Verwaltungen, die Gesundheit betroffener bzw. bedrohter MitarbeiterInnen zu schützen?
  2. Welche positiven bzw. negativen Erkenntnisse gibt es darüber, ob von Gewalt Betroffene oder Bedrohte Hilfeangebote von Seiten des Arbeitgebers erfahren bzw. vermisst haben?
  3. Welche Zugänge gibt es zu den betroffenen bzw. bedrohten MitarbeiterInnen über den Arbeitgeber?
  4. Welche Mittel stehen dem Arbeitgeber zur Verfügung, die nach einer Gefahrenerkennung dem Schutz der MitarbeiterInnen vor häuslicher Gewalt dienen?
  5. Welche weitergehenden Maßnahmen beabsichtigt die Landesregierung, um Unternehmen zu ermutigen, häusliche Gewalt anzusprechen und eine erhöhte Aufmerksamkeit für das Thema zu schaffen?

Andrea Milz

08.08.2011

Antwort der Landesregierung

auf die Kleine Anfrage 827 vom 21. Juni 2011 der Abgeordneten Andrea Milz CDU Drucksache 15/2239

In wie fern können Unternehmen dem Schutz ihrer Mitarbeiterinnen vor häuslicher Gewalt dienen?

Die Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter hat die Kleine Anfrage 827 mit Schreiben vom 28. Juli 2011 namens der Landesregierung im Einvernehmen mit dem Justizminister, dem Minister für Inneres und Kommunales und dem Minister für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr wie folgt beantwortet:

Vorbemerkung der Kleinen Anfrage

Erhebungen zeigen, dass jede vierte Frau in Deutschland häusliche Gewalt erlebt. Diese Zahlen zeigen, dass viele Unternehmen MitarbeiterInnen beschäftigen, die entweder von Gewalt betroffen oder gefährdet sind.

1. Wie groß sind das Interesse und die Bereitschaft von Unternehmen und Verwaltungen, die Gesundheit betroffener bzw. bedrohter Mitarbeiterinnen zu schützen?

Der Landesregierung liegen hierzu keine gesicherten Erkenntnisse vor. Es kann jedoch unterstellt werden, dass Unternehmen und Verwaltungen ein großes Interesse am gesundheitlichen Wohlergehen und am Erhalt der Arbeitskraft ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben. In vielen Verwaltungen stehen den Beschäftigten bei dienstlichen und auch bei privaten Problemen gut geschulte Soziale Ansprechpartnerinnen und -partner vertrauensvoll für Gespräche zur Verfügung. Im Bedarfsfall vermitteln sie betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern darüber hinaus spezielle Unterstützungsangebote.
2. Welche positiven bzw. negativen Erkenntnisse gibt es darüber, ob von Gewalt Betroffene oder Bedrohte Hilfeangebote von Seiten des Arbeitgebers erfahren bzw. vermisst haben?

3. Welche Zugänge gibt es zu den betroffenen bzw. bedrohten Mitarbeiterinnen über den Arbeitgeber?

4. Welche Mittel stehen dem Arbeitgeber zur Verfügung, die nach einer Gefahrenerkennung dem Schutz der MitarbeiterinInnen vor häuslicher Gewalt dienen?

Der Landesregierung liegen hierzu keine gesicherten Erkenntnisse vor.

5. Welche weitergehenden Maßnahmen beabsichtigt die Landesregierung, um Unternehmen zu ermutigen, häusliche Gewalt anzusprechen und eine erhöhte Aufmerksamkeit für das Thema zu schaffen?

Die Bekämpfung häuslicher Gewalt ist ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt dieser Landesregierung. Das Workplace Policy-Konzept ist eine von vielen Möglichkeiten, häuslicher Gewalt zu begegnen. Im Rahmen der Erstellung des Landesaktionsplans gegen Gewalt an Frauen und Mädchen wird geprüft, welche Maßnahmen die Landesregierung zur Bekämpfung häuslicher Gewalt prioritär ergreifen wird.

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