Die Besten für die Jüngsten

Rede der Abgeordneten Andrea Milz

am 10. September 2009

 

Die Besten für die Jüngsten

Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Qualität der Elementarbildung ist eines der wichtigsten Themen, mit denen wir uns beschäftigen: seit mehr als einem Jahr ist allein der vorliegende Antrag plenar, in einer Anhörung und in mehreren Fachausschüssen beraten worden. Die engagierten Diskussionen zeigen die Bedeutung des Themas für uns alle. Und damit meine ich nicht nur uns in der Politik, sondern auch alle Menschen, die als Eltern, beruflich oder ehrenamtlich täglich ihr Bestes für die Kleinen geben.

Über die Wege zum Ziel, wie die Qualität in der frühkindlichen Bildung noch gesteigert werden kann, ist ebenfalls häufig sowohl im Zusammenhang als auch in Teilaspekten nachgedacht und gesprochen worden. Der vorliegende Antrag fasst viele dieser Aspekte zusammen, bietet aber keine neuen Themen. Vielmehr ist er nach einem Jahr durch konkretes Handeln der Landesregierung in Nordrhein-Westfalen überholt: Sie räumt dem Bildungsauftrag der Kinderbetreuung in den Einrichtungen sowie der Qualifizierung des Personals einen hohen Stellenwert ein.

Bereits im Jahr 2005 haben die Koalitionsfraktionen im Koalitionsvertrag beschlossen, Leitungspositionen in Kindertageseinrichtungen an „eine Hochschulausbildung oder vergleichbare Qualifikation“ zu knüpfen. Inzwischen haben Hochschulen in NRW Studiengänge zur Elementarbildung eingerichtet. Im Dialog mit den Hochschulen ist es dabei wichtig, die Vorstellungen der Politik über ein einheitliches Berufs- und Ausbildungsbild im Konflikt mit den Freiheiten der Hochschulen zu verdeutlichen.

Zum 1.8.2008 ist das Kinderbildungsgesetz in Kraft getreten. Erstmals in der Geschichte des Landes wurden damit Qualifikations- und Personalvereinbarungen unter Einbeziehung aller Trägerzusammenschlüsse einschließlich der kommunalen Spitzenverbände geschlossen. Hier werden alle in den Einrichtungen tätigen Berufsgruppen individuell betrachtet und dabei auch mögliche Hindernisse, Lebensleistungen und Ausnahmen betrachtet.

Bei allen Angeboten ist darauf zu achten, dass Aus-, Fort- und Weiterbildung so gestaltet werden, dass sie aufeinander aufbauen und damit Kontinuität entsteht. Das Stichwort „lebenslanges Lernen“ gilt hier genau wie in anderen Berufen.

Wir sind auf einem guten Weg und wollen noch besser werden: neue Herausforderungen erfordern neue Qualifikationen. Dazu haben wir einen Entschließungsantrag vorgelegt, der wichtige Ziele formuliert.

Nehmen wir z.B. den Bereich der Unter-Dreijährigen: Notwendigkeit zur Fortbildung besteht hier nicht nur für das Personal der Einrichtungen, sondern auch für die Kindertagespflege, die eine große Rolle gerade im Bereich der Betreuung dieser Altersgruppe spielt.

Daher ist es Anliegen der Koalitionsfraktionen, für alle Bildungsmodule qualitätssichernde Instrumente gemeinsam mit den Trägern der Einrichtungen zu erarbeiten. Hierbei sollen auch Berufseinsteigerinnen und -einsteiger unterstützt werden. Weiterhin halten wir an unserem Ziel fest, dass insbesondere die Leitung einer Kindertagesstätte langfristig über ein pädagogisches Hochschulstudium oder eine vergleichbare Ausbildung verfügen soll.

Bis zum Jahresende 2009 erbitten wir einen Bericht der Landesregierung über Schritte zur Qualitätssicherung in den Einrichtungen.

Vielen Dank!

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