Fußballkultur und Fanprojekte wertschätzen und nachhaltig unterstützen

Die Rede im Video-Stream

Rede der stellvertretenden Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion, Andrea Milz MdL,
 zu TOP 16

„Fußballkultur und Fanprojekte wertschätzen und nachhaltig unterstützen“
 (Antrag der Fraktionen von CDU und der PIRATEN, DS 16/4580)

Anrede,

die letzte Debatte zu diesem Thema hatten wir hier im Plenarsaal am 10.7. Dort haben wir bereits auf die Bedeutung des Fußballs hingewiesen, der wie keine andere Sportart die Deutschen begeistert. Fragt man die Fans, so wird schnell klar, dass Fußball eine Art „modernes Kulturgut“ ist. Fußball lebt dabei vom geselligen Miteinander unterschiedlichster Menschen und der unvergleichlichen Atmosphäre in den Stadien.

Der weitaus größte Teil der Anhängerschaft ist friedlich. Sie singen, sie feuern an, sie schunkeln und sind fröhlich. Diese Millionen friedlicher Fans sind klar zu unterscheiden von einer Minderheit von Chaoten, die durch Gewalt und Randale leider immer wieder die mediale Aufmerksamkeit auf sich zieht und so bedauerlicherweise die Schlagzeilen bestimmt.

Über diese Gewaltbereitschaft beim Fußball, die leider auch Täter anzieht, die dem Fußball eigentlich nicht näher verbunden sind und so eben gerade nicht als Fans bezeichnet werden können, sprachen wir ebenfalls schon. Nicht nur im Plenum, sondern auch im Fachausschuss und in Obleuterunden, in denen überlegt wurde, wie wir zu einem gemeinsamen Antrag kommen können. Der jetzt von uns und den Piraten vorgelegte Antrag weist nicht umsonst einige Parallelen zu dem Antrag der Regierungsfraktionen auf, die uns hier leider von heute auf morgen die Freundschaft gekündigt haben und den Antragsentwurfstext dann doch nicht mittragen wollten. Schade.

Liebe Regierungsfraktionen, was nützt es, wenn Sie weiter an der Forderung festhalten, vom Bund Geld zu erhalten, obwohl im Koalitionsvertrag im Bund nicht erwähnt wurde, dass die Mittel für die Fanprojekte aufgestockt werden sollen! Sie können daraus doch erkennen, dass eine solche Forderung ins Leere gehen wird und wir besser zu Ansätzen in Nordrhein-Westfalen kommen würden! Das einfach zu ignorieren zeigt die Ernsthaftigkeit, mit der Sie sich dem Thema widmen!

Das ist umso bedauerlicher, als der präventive Ansatz der sozialpädagogischen Arbeit mit Fußballfans durch die langjährige erfolgreiche Tätigkeit der Fanprojekte mittlerweile anerkannt ist! Noch mal zur Erinnerung: An derzeit deutschlandweit 49 Standorten werden aktuell 54 Fanszenen betreut. In Nordrhein-Westfalen wird in 14 Fanprojekten wertvolle Arbeit geleistet.

Sicher wollen wir so kurz vor Weihnachten nicht alle Argumente wiederholen; einige wenige Stichworte genügen, um für unseren Antrag zu werben: Die Projekte fördern eine kreative Fankultur. Den jungen Fans werden alternative Freizeit- und Bildungsangebote vermittelt. Förderlich ist dabei die Vernetzung der Fanprojekte mit weiteren pädagogischen Einrichtungen und Akteuren außerhalb des Fußballs, aber auch der internationale Austausch.

In den Kommunen leisten die Fanprojekte einen wichtigen Beitrag zur Jugendarbeit.
Sie können über den Fußball oft auch Jugendliche erreichen, die den klassischen Jugendeinrichtungen eher fernbleiben.
Dennoch setzen die verfügbaren Ressourcen den Erwartungen und Möglichkeiten vor Ort Grenzen.

Meine Damen und Herren,

wir können etwas tun! Der Staat darf die anhaltende Gewaltbereitschaft und Gewalt in den Stadien und in deren Umfeld nicht tolerieren. Lassen Sie uns das vorhandene Potenzial der Fanprojekte nutzen und prüfen, wo es weiteren Bedarf gibt! Lassen Sie uns bei der Fortschreibung des Nationalen Konzepts Sicherheit und Sport Interessenvertretungen einbeziehen und einmal im Jahr über die Situation der Fanprojekte diskutieren!

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