Sogenanntes ökologisches Jagdgesetz riskiert das bewährte Reviersystem und führt Tierschutz ad absurdum

Andrea Milz, MdL und Kreistagsabgeordneter Jörg Erich Haselier kritisieren aus Siebengebirgssicht den Düsseldorf Entwurf.

„So nicht. Finger weg vom Landesjagdgesetz“, sagen die Christdemokraten Andrea Milz, direkt gewählte Landtagsabgeordnete, und der Kreistagsabgeordnete Jörg Erich Haselier (Bad Honnef).

Der Abwechslungsreichtum und die Artenvielfalt im Siebengebirge machten den Reiz der Region im Vergleich mit forstlichen Monokulturen und weniger reich gestalteten Landschaften in Nordrhein-Westfalen aus. Durch die ideologisch inspirierten Pläne des grünen Landesumweltminister Johannes Remmel würde der Katalog der jagdbaren Arten massiv eingeschränkt und eine flächendeckende Bejagung ausgehebelt – die Folgen für de Kulturlandschaft wären fatal.

„In einem Gebiet wie dem rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis, in dem die Jäger von 2009 an über Jahre aktiv gegen die für den Menschen ungefährliche aber auf das Hausschwein übertragbare Schweinepest angekämpft haben, würde dieses Jagdgesetz die bisherigen Bemühungen ad absurdum führen“, erklärt Haselier, seit Jahren auch aktiver Jäger. Alle Stellungnahmen der Fachverbände und die Praxiserfahrung der örtlichen Jägerschaft besagten, dass ein sogenanntes Kirrverbot (Anlegen einer Lockfütterung) die effektive Bejagung der Schwarzkittel, die eine jährliche Vemehrungsrate von 300 Prozent haben, erheblich erschwert. Die leichtere Ausbreitung von Seuchen wäre die Folge. Was Jäger und Jagd indessen leisteten, werde beispielsweise durch das aktuelle FSME-Screening bei Rehen deutlich (siehe auch GA vom 30.09.2014).

„Gesetzgebung muss sich an den Menschen und den aktuellen Notwendigkeiten orientieren“, so Andrea Milz, selbst auch im Naturschutz aktiv als örtliche Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Übereifer bei Gesetzgebungsvorhaben der rot-grünen Landesregierung, besonders inspiriert von militanten Jagdgegnern, sorgen für das Gegenteil von Akzeptanz von Politikentscheidungen aus der Landeshauptstadt.

Die vom Ministerium vorgenommene Verbotsorgie würde auch den Tierschutzgedanken, so die beiden übereinstimmend, schwächen. Dies gelte bei der beabichtigten Verkürzung der Pachtzeiten ebenso wie bei den geplanten Einschränkungen der Jagd auf Raubwild.

„Nur wer langfristig Verantwortung übernimmt, kann die Lebensräume der Tiere verbessern helfen und aktiv Artenschutz betreiben, da Raubsäuger Gelege und Jungvögel bedrohter Arten im großen Stil fressen“, so Milz und Haselier. Überdies verharmlose der Gesetzentwurf dass im Siebengebirge seit langem bekannte Problem wildernder Hunde, wobei außer Frage stehe, dass das größere Problem am anderen Ende der Leine sei.

Fazit der beiden CDU-Politiker: keine Jagdbeschränkungen zu Lasten der Landwirtschaft und der Grundeigentümer im Siebengebirgsraum.

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